Industrielle Automatisierung erfordert schnelleren und intelligenteren elektrischen Schutz
Das rasante Wachstum von KI-Rechenzentren, industrieller Automatisierung und Fabrikelektrifizierung erhöht den Druck auf Stromverteilungssysteme. Da Anlagen zunehmend von digitalen Abläufen abhängig sind, ist elektrische Zuverlässigkeit zu einer entscheidenden Anforderung geworden. Um diese Herausforderungen zu meistern, haben Siemens und Infineon Technologies ihre Zusammenarbeit ausgeweitet, um fortschrittliche, halbleiterbasierte Schutzlösungen für stromkritische Umgebungen zu entwickeln.
Darüber hinaus benötigen moderne industrielle Automatisierungssysteme, einschließlich SPS, DCS und intelligenter Steuerungssysteme, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, um Produktionseffizienz und Betriebssicherheit aufrechtzuerhalten.
Siliziumkarbid-Technologie stärkt die Stromverteilungsinfrastruktur
Im Rahmen der neuen Vereinbarung wird Infineon seine fortschrittlichen Siliziumkarbid-(SiC)-Leistungsmodulen zur Integration in Siemens' SENTRON 3QD2-Halbleiter-Leistungsschalter bereitstellen. Die Partnerschaft vereint Infineons Expertise in der Leistungshalbleitertechnologie mit Siemens’ umfassender Erfahrung im elektrischen Schutz und in der Energieverteilung.
Die Siliziumkarbid-Technologie bietet gegenüber herkömmlichen Siliziumbauelementen erhebliche Vorteile. Sie ermöglicht höhere Schaltgeschwindigkeiten, geringere Energieverluste und verbesserte thermische Leistung. Dadurch können Betreiber eine höhere Leistungsdichte, bessere Effizienz und gesteigerte Systemzuverlässigkeit in industriellen und infrastrukturellen Anwendungen erreichen.
SENTRON 3QD2 ermöglicht ultraschnellen Fehlerstromschutz
Traditionelle elektromechanische Leistungsschalter arbeiten mit beweglichen mechanischen Kontakten, um Fehlerströme zu unterbrechen. Obwohl effektiv, reagieren diese Geräte typischerweise innerhalb von Millisekunden.
Der Siemens SENTRON 3QD2 Halbleiter-Leistungsschalter verwendet hingegen Festkörperkomponenten und intelligente Schutzalgorithmen, um Fehler innerhalb von Mikrosekunden zu unterbrechen. Diese Reaktionsgeschwindigkeit kann bis zu 1.000-mal schneller sein als bei herkömmlichen Schutztechnologien.
Ein solcher ultraschneller Schutz ist besonders wichtig in Gleichstrom-(DC)-Stromversorgungssystemen, in denen Fehlerströme schnell ansteigen und empfindliche Geräte beschädigen können. Daher reduziert eine schnellere Fehlerisolierung das Risiko von Ausfallzeiten, Geräteschäden und Betriebsstörungen erheblich.
KI-Rechenzentren erfordern höhere Verfügbarkeit der Stromversorgung
KI-gesteuerte Rechenzentren stellen außergewöhnliche Anforderungen an die elektrische Infrastruktur. Betreiber von Rechenzentren müssen eine kontinuierliche Stromversorgung für Hochleistungsserver, Netzwerkausrüstung und Kühlsysteme sicherstellen.
Schon eine kurze elektrische Störung kann zu Dienstunterbrechungen, Hardwareschäden oder dem Verlust wertvoller Daten führen. Folglich werden fortschrittliche Schutztechnologien zu einem Schlüsselbestandteil der Architektur der nächsten Rechenzentrumsgeneration.
Durch die Integration von Infineons CoolSiC™ MOSFET-Modulen in die Schutzplattform von Siemens können Betreiber die Systemresilienz verbessern und gleichzeitig wachsende Rechenlasten unterstützen.

Gleichstromnetze unterstützen nachhaltige Fabrikautomatisierung
Die Einführung von Gleichstrom-Verteilnetzen gewinnt in der industriellen Automatisierung und in Fertigungsanlagen zunehmend an Bedeutung. Im Vergleich zu herkömmlichen Wechselstromsystemen können DC-Netze die Energieeffizienz verbessern und die Stromumwandlungsprozesse vereinfachen.
Darüber hinaus ermöglichen DC-Architekturen eine einfachere Integration von Batteriespeichersystemen, erneuerbaren Energiequellen und intelligenten Energiemanagementplattformen. Diese Fähigkeiten helfen Herstellern, die Spitzenlast zu reduzieren und den Gesamtenergieverbrauch zu senken.
Während Fabriken ihre digitale Transformation vorantreiben, könnte die auf Gleichstrom basierende Strominfrastruktur zu einem grundlegenden Element zukünftiger Strategien der Fabrikautomatisierung werden.
Unterstützung der Dekarbonisierung durch fortschrittliche Leistungselektronik
Industrielle Unternehmen weltweit verfolgen Nachhaltigkeitsziele und erweitern gleichzeitig ihre Produktionskapazitäten. Fortschrittliche Halbleitertechnologien spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Die Kombination aus Siliziumkarbid-Leistungsbauelementen und intelligentem elektrischem Schutz ermöglicht eine effizientere Energienutzung. Zudem können optimierte Stromverteilungssysteme den Materialbedarf reduzieren und die Lebensdauer der Infrastruktur verbessern.
Dadurch können Organisationen die Betriebssicherheit stärken und gleichzeitig zu umfassenderen Dekarbonisierungsinitiativen beitragen.
Siemens und Infineon treiben die Zukunft des industriellen Stromschutzes voran
Die Zusammenarbeit zwischen Siemens und Infineon spiegelt einen breiteren Branchentrend zu intelligenterer, schnellerer und effizienterer elektrischer Infrastruktur wider. Während sich industrielle Automatisierung, SPS-Netzwerke, DCS-Plattformen und intelligente Steuerungssysteme weiterentwickeln, müssen auch Schutztechnologien entsprechend fortschreiten.
Durch die Kombination von Innovationen in der Siliziumkarbid-Halbleitertechnologie mit dem Design von Leistungsschaltern der nächsten Generation tragen die beiden Unternehmen dazu bei, widerstandsfähige und zukunftsfähige Stromversorgungssysteme für Fabriken, Batteriespeicheranlagen und KI-Rechenzentren weltweit zu schaffen.
Fazit
Die zunehmende Elektrifizierung industrieller Abläufe erfordert eine neue Generation von Schutztechnologien. Der SENTRON 3QD2 Halbleiter-Leistungsschalter von Siemens, angetrieben durch Infineons CoolSiC™-Technologie, bietet ultraschnelle Fehlerunterbrechung, verbesserte Effizienz und höhere Systemzuverlässigkeit. Gemeinsam beschleunigen die Unternehmen die Einführung fortschrittlicher DC-Strominfrastruktur und unterstützen die Zukunft der industriellen Automatisierung, Fabrikautomatisierung und des intelligenten Energiemanagements.