Die strategische Logik hinter der Übernahme
Schneider Electric hat eine endgültige Vereinbarung zum Erwerb von 100 % der Cognite Holding BV für 3,1 Milliarden US-Dollar in bar bekannt gegeben. Dies ist mehr als nur ein weiterer Software-Deal – es ist ein gezielter Schritt, um das Unternehmen als globalen Marktführer im Bereich der industriellen KI-Infrastruktur zu positionieren. Da industrielle KI sich von der Unterstützung der Analyse hin zur Steuerung der operativen Ausführung und Entscheidungsfindung entwickelt, erkannte Schneider Electric, dass Erfolg mehr als nur Modelle erfordert; es braucht eine einheitliche, kontextualisierte Datenbasis, der KI vertrauen und auf der sie handeln kann.
Was Cognite mitbringt
Cognite, gegründet im Jahr 2017, beschäftigt weltweit über 800 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von mehr als 170 Millionen US-Dollar. Die cloud-native Plattform kombiniert ein einheitliches industrielles Datenmodell mit einem Wissensgraphen und agentenbasierter KI-Funktionalität, die es Kunden ermöglicht, KI direkt in Anlagenbetrieb, Anlagenmanagement und Engineering-Workflows einzusetzen. Die Atlas AI-Arbeitsumgebung des Unternehmens bietet eine Low-Code-Plattform zum Erstellen industrieller KI-Agenten, die auf Echtzeit-Betriebs- und Engineering-Daten basieren. Für anlagenintensive Branchen bedeutet dies, über fragmentierte Datensilos hinauszugehen und eine vertrauenswürdige, skalierbare Grundlage zu schaffen, auf der KI messbare Ergebnisse liefern kann.

Eine menschenzentrierte Vision für industrielle Intelligenz
Schneider Electric CEO Olivier Blum stellte die Übernahme als Teil einer umfassenderen Mission dar, die physische und digitale Welt zu verbinden: „Indem wir Cognite in Schneider Electric und AVEVA integrieren, verbinden wir Energiemanagement und Automatisierungsinfrastruktur mit der Software- und KI-Fähigkeit, die sie von Natur aus intelligent macht. Wir gehen über die bloße Verbindung von Systemen hinaus. Wir geben ihnen die Fähigkeit zu denken, sich anzupassen und zu handeln.“ Diese Vision erstreckt sich auch auf die Belegschaft. Die Plattform von Cognite ist darauf ausgelegt, Frontline-Mitarbeiter und Ingenieure zu befähigen – nicht zu ersetzen – indem Fachwissen durch KI-Agenten und intuitive Benutzererfahrungen in unmittelbare Handlungen umgesetzt wird. Wie AVEVA CEO Caspar Herzberg betonte, ist die Kombination aus Wissensgraph und agentenbasierter KI „ein entscheidender Faktor für die beschleunigte Nutzung von Robotik in Fabriken“.
Was als Nächstes passiert
Nach Abschluss der Transaktion, die in den kommenden Quartalen unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen erwartet wird, wird Cognite in AVEVA integriert und innerhalb des Geschäftsbereichs Industrial Automation von Schneider Electric berichtet. Die Integration wird die Fähigkeiten von AVEVA CONNECT erweitern und ein intelligentes Ökosystem schaffen, das den gesamten industriellen Lebenszyklus unterstützt – von der Planung und dem Bau bis zum Betrieb und zur Optimierung. Für Schneider Electric steht diese Übernahme für die Überzeugung, dass industrielle KI zu einer Architekturentscheidung wird und dass die Unternehmen, die heute die richtige Datenbasis schaffen, die nächste Ära der Fertigung prägen werden.