Konferenz legt den Fokus auf praktische Robotersicherheit
Die Association for Advancing Automation (A3) veranstaltet vom 3. bis 5. November 2026 die International Robot Safety Conference (IRSC) im Huntington Place in Detroit, Michigan. Die Veranstaltung bringt Robotikingenieure, Sicherheitsspezialisten, Hersteller und Systemintegratoren zusammen, um über sich wandelnde Sicherheitsstandards und ihre Umsetzung in der industriellen Automatisierung zu sprechen.
Als bedeutendes Zentrum der Fertigungsindustrie bietet Detroit einen passenden Rahmen, um zu untersuchen, wie sich Sicherheitsanforderungen auf reale Automatisierungsprojekte auswirken. Ein Schwerpunkt liegt auf dem aktualisierten Robotersicherheitsstandard R15.06-2025 und seinen Auswirkungen auf bestehende Anlagen, kollaborative Roboter, autonome mobile Roboter und neue Robotertechnologien.
Branchenexperten befassen sich mit neuen Sicherheitsanforderungen
Auf der Konferenz treten Fachleute von Amazon Robotics, ABB, NVIDIA, Universal Robots, Yaskawa America, SICK, Procter & Gamble und weiteren Organisationen auf. In ihren Vorträgen werden regulatorische Anforderungen mit technischen Verfahren und betrieblichen Herausforderungen verknüpft.
Zu den wichtigsten Themen gehören:
- Neue Anforderungen für Roboteranwender: Die Vertreter von Amazon Robotics, Jamison Harrell-Latham und Krupal Patel, sprechen über R15.06 Teil 3 für Industrieroboter und R15.08 Teil 3 für mobile Roboter.
- Sicherheit humanoider und laufender Roboter: Fachleute von Agility Robotics und Boston Dynamics untersuchen die Sicherheitsherausforderungen bei dynamisch stabilen mobilen Robotern.
- Physische KI und Robotersicherheit: Riccardo Mariani von NVIDIA befasst sich mit der Standardisierung von Sicherheitsanforderungen und praktischen Anwendungen KI-gestützter Robotik.
- Sicherheit in bestehenden Anlagen: Mark Lewandowski von Procter & Gamble spricht über Methoden zur Prüfung und Aufrechterhaltung der Sicherheit installierter Robotersysteme.
Weitere Vorträge behandeln Risikobewertung, Gefahren in herkömmlichen Roboterzellen, die Verantwortung von Systemintegratoren und die Sichtweise der Occupational Safety and Health Administration auf die Sicherheit von Industrierobotern.
Was die aktualisierten Standards für Automatisierungsprojekte bedeuten
Die Entwicklung mobiler, kollaborativer und KI-gestützter Roboter verändert die Art und Weise, wie Hersteller die Sicherheit am Arbeitsplatz beurteilen. Herkömmliche Schutzmaßnahmen wie feste Barrieren und verriegelte Zugangspunkte bleiben relevant, decken jedoch möglicherweise nicht alle Risiken ab, die mit mobilen Plattformen oder Robotern in weniger strukturierten Umgebungen verbunden sind.
Für Automatisierungsingenieure besteht die praktische Herausforderung darin, Standards in messbare technische Schutzmaßnahmen zu übersetzen. Dazu gehören die Erkennung von Gefahren während der Systementwicklung, die Bewertung der Betriebsarten, die Festlegung eines sicheren Stoppverhaltens und die Validierung von Schutzfunktionen, bevor die Anlage in Betrieb geht.
Auch bestehende Anlagen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Ein neuer Standard bedeutet nicht automatisch, dass jeder installierte Roboter ersetzt werden muss. Hersteller sollten ihre Systeme jedoch anhand der geltenden Anforderungen bewerten und dabei Änderungen an Anlagen, Produktionsprozessen, Gefährdungslage und lokalen Vorschriften berücksichtigen.
Technische Einblicke: Sicherheit muss über den Roboter hinausgehen
Die Sicherheit eines Roboters lässt sich nicht allein anhand des Roboterarms oder seiner Steuerung beurteilen. Zur vollständigen Anwendung gehören Endeffektor, Werkstücke, Förderanlagen, Sensoren, Sicherheits-SPS, Kommunikationsnetzwerke, der Zugang für Bediener und das Zusammenspiel mit benachbarten Anlagen.
Das wird umso wichtiger, je mehr Fabriken autonome mobile Roboter und KI-gestützte Systeme einsetzen. Ingenieure müssen wechselnde Betriebsbedingungen, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, vorhersehbare Fehlanwendungen und das Verhalten des Gesamtsystems im Fehlerfall berücksichtigen.
Ein praktischer Ansatz besteht darin, die Risikobewertung in jede Projektphase einzubeziehen – von der Konzeptentwicklung und Auswahl der Anlagen bis hin zu Inbetriebnahme, Wartung und betrieblichen Änderungen. Die Sicherheitsvalidierung sollte ebenfalls dokumentiert werden, damit das Anlagenpersonal die Schutzmaßnahmen nach Umbauten oder Fehlerbehebungen überprüfen kann.
Für Hersteller liegt der Wert der IRSC darin, die Entwicklung von Standards mit Entscheidungen auf dem Fabrikboden zu verknüpfen. Eine konsequente Anwendung dieser Erkenntnisse kann Engineering-Teams helfen, Lücken zu erkennen, bevor daraus betriebliche Probleme entstehen.
